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Krankenhausfinanzierung: Kliniken demnächst vor dem Kollaps ?

 

Klinken versuchen ihre Probleme nicht selten wirklichkeitsfremd zu lösen, anstatt ihre Aufmerksamkeit auf die tatsächlichen existenzbedrohlichen Probleme zu richten.



Die ständige Forderung nach zusätzlichen Finanzmitteln alleine lösen die >> zwingend << anstehenden Veränderungsprozesse in den Klinken nicht sondern überdecken die gravierenden Organisations- und Strukturmängel im klinischen Alltag, zumal steigende einseitige Personalkosten ohne Berücksichtigung einer gesicherten Finanzierung den Stellenabbau beschleunigen werden.


Nach unseren Ergebnissen (pmp-Klinik-Langzeitstudie vom 01.10.2000 - 30.09.2005) bilden Ärzte und Pflegekräfte in den Kliniken bislang eine wichtige Arbeitsgemeinschaft für eine sichere und gute Patientenversorgung. Sie sind in den Arbeitsabläufen und der Aufgabenverteilung sehr aufeinander angewiesen. Deshalb sind ihre Probleme auch eng miteinander verknüpft. Einseitige Forderungen, die nicht an den tatsächlichen Wurzeln der Problemfelder ansetzen, gehen zu Lasten der Patienten und des Gesundheitssystems.


Auch haben unserere Recherchen gezeigt, dass nichts gegen eine angemessene leistungsgerechte Vergütung der Ärzte spricht, jedoch nicht ohne den Blick auch auf die bitter notwendigen Verbesserungen in der Organisation zu richten.


Daher unsere dringende Empfehlung: Kliniken benötigen eine umfassende Neuverteilung der Aufgaben, insbesondere von medizinischen Leistungen aus der Diagnostik, Therapie und Organisation. Der Pflegedienst kann und wird diese Aufgaben übernehmen können und dabei auf mehr Verantwortung und leistungsgerechte Vergütung setzen. Damit sind Ärzte freigesetzt für ihre ureigensten und nicht delegierbaren Aufgaben.


Neben der Einführung von kostensparenden Organisationsabläufen in den Kliniken wäre die zusätzliche Einführung eines neuen Entgeltsystems, eine Verbesserung der Bedarfs-Abbildung der ärztlichen und pflegerischen Leistungen die richtige Lösung zur Finanzierung der öffentlichen Kliniken in Deutschland.


Eine Aufnahme von Pflegeklassifikation so beispielsweise Pflegediagnosen zur medizinischen ICD-Klassifikation, würde eine gerechtere und homogenere Erlössituation abbilden. Damit käme es auch automatisch zu einer Entschärfung um den Personalkostenfaktor und dem >> schleichenden << Stellenabbau in der Pflege.


Die unvermeidbare Zunahme der Pflegeintensität, (Altersstruktur, Multimorbitität, demenzieller und chronischkranker Patienten), verkürzte Verweildauern und Fallzahlsteigerung erfordern mehr denn je qualifiziertes ärztliches und pflegerisches Potenzial. Professionelle Pflegekräfte könnten künftig zunehmend medizinische Therapieleistungen, Steuerungsaufgaben und Beratungsleistungen übernehmen, Ärzte sich stärker auf die wissenschaftliche und organisatorische Ausrichtung ihrer Profession konzentrieren.


Siehe hierzu auch unseren Link auf unsere Homepage zum Thema: "Kliniken müssen sich öffnen und ihre Organisation überdenken".




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