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Wie dramatisch ist der Ärztemangel wirklich?

 

Offene Stellen in den Kliniken nehmen langsam aber stetig zu, aber von einer echten Dramatik sind wir noch weit entfernt.


Krankenhäuser meldeten ihrem Verband 5.000 offene Vollzeitstellen, die sie 2009 nicht besetzten konnten. In den neuen Bundesländern waren dies im Durchschnitt 6,2 Stellen pro Klinik, in den alten Bundesländer hingegen, nur durchschnittlich 3,6 offene Stellen pro Klinik.

Trotz des angeblichen Personalmangels geht es den meisten Kliniken (ca. 60 Prozent) in Deutschland nicht so schlecht, wie es immer wieder behauptet wird. Selbst ein Personalkostenzuwachs von 10 Prozent  durch die letzte Tarifrunde 2008/2009, konnte die Klinken nicht daran hindern ihren Umsatz in 2008 von 95 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr um 3,9 Prozent zu steigern.

Im Wintersemester 2009/10 bewarben sich mehr als 37.000 Hochschulabsolventen auf 8.500 bundesweit verfügbare Medizinstudienplätze. Das heißt,  die Nachfrage nach Medizinstudienplätzen ist  trotz eines Numerus clausus von 1,4 nach wie vor ungebrochen.

Nach einer Befragung im Zeitraum von 2007 bis 2009, durch peter milde + partner, von knapp 5.000 Medizinern und Medizinstudenten an Universitäten und deutschen Klinken,  wäre für 42 Prozent der Befragten eine ärztliche Tätigkeit im Ausland zwar denkbar aber nicht geplant. Für weitere 32 Prozent der Befragten wäre eine vorübergehende ärztliche Tätigkeit außerhalb der Bundesrepublik sinnvoll und auch notwendig um den „eigenen Horizont“ zu erweitern. Tatsächlich plant nur knapp ein Zehntel der befragten Medizinern, konkret ins Ausland zu gehen.

In einer anderen Frage nach den Inhalten ihrer künftigen Tätigkeit gaben über 60 Prozent der Befragten an, keinesfalls in "patientenferne" Tätigkeiten wechseln zu wollen.

Hiermit ist der Beweis erbracht,  dass wir momentan noch keine allgemeine Abwanderungsflut von Human-Medizinern ins Ausland oder in andere Berufsgruppen zu befürchten haben.

Wenn jetzt noch die Verantwortlichen endlich einmal Mut zeigen würden, Ärzte auf der Basis der Tarifvereinbarung zusätzlich mit leistungsabhängigen Anreizsystemen zu vergüten und gleichzeitig bezogen auf den tatsächlichen Arbeitsanfall zielgerichtet und bedarfsgerecht einzusetzen, wäre dies nicht nur betriebswirtschaftlich für die Krankenhäuser ein Gewinn, sondern wir hätten zugleich auch noch von heute auf morgen, leistungsbereite, hoch motivierte und zufriedene Ärzte an Deutschlands Kliniken.




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