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Ambulante Behandlungen in Klinken auf dem Vormarsch

 

Seit Ende 2008 dürfen Krankenhäuser ihre ambulanten Angebote weiter ausbauen.


Zwischen niedergelassenen Fachärzten und Kliniken droht nun ein Kampf um Patienten und Budget. „Die neue Regelung lädt die Krankenhäuser dazu ein, im niedergelassenen Sektor zu wildern“.

Verlierer werden die niedergelassenen Fachärzte sein

Zwei ungleiche Gegner treffen aufeinander. Profitieren  werden vor allem die Patienten mit seltenen, schweren oder komplexen Erkrankungen. Diese Menschen brauchen eine aufwendige Betreuung, Ärzte mit Spezialwissen und oft auch teure Medizintechnik. Das kann von niedergelassenen Fachärzten in der Regel nicht erbracht werden. Anders als die Kliniken müssen die niedergelassenen Fachärzte ihre Investitionen selbst bezahlen. Außerdem sind sie in der Wahl ihrer Niederlassung und in ihren Abrechnungsmöglichkeiten eingeschränkt. Onkologen und Kardiologen haben daher Verfassungsbeschwerde eingelegt.

Die neue Regelung ist politisch so gewollt


Es wird daher zu einer massiven Konkurrenz zwischen Niedergelassenen Fachärzten und Kliniken kommen. Wir nennen das die tertiäre ambulante Versorgung. Sie ist überall in der Welt ganz selbstverständlich – nur in Deutschland nicht. Das international Übliche wird sich jedoch auch bei uns in Deutschland langsam aber stetig durchsetzen.

Den finanziell gebeutelten Kliniken kommt die neue Regelung gelegen

Seit 2002 singt die Zahl der vollstationären Patienten. Heute liegen pro Nacht 45.000 Patienten weniger in deutschen Krankenhäusern als vor sieben Jahren. Im gleichen Zeitraum schnellte die Zahl der ambulanten Operationen in Kliniken nach oben.  2002 waren es noch 560.000 Patienten heute sind es fast 2 Millionen Patienten, die sich in deutschen Kliniken jährlich ambulant operieren lassen.

Ganz neu ist der ambulante Service der Kliniken nicht

So ist  bereits seit den 80er-Jahren eine teilstationäre Versorgung in sogenannten Tageskliniken möglich. An Universitätskliniken kümmern sich seit jeher Hochschulambulanzen um die „Laufkundschaft". Seit 1993 ist ambulantes Operieren in Krankenhäusern erlaubt. In der ehemaligen DDR gehörten Krankenambulanzen noch bis 1995 zum Alltag.

Niedergelassene Fachärzte werden dadurch nicht verdrängt

Es wird je nach Erkrankung und regionalen Bedingungen neue Kooperationsformen zwischen niedergelassenen Fachärzten und Kliniken geben. Die Voraussetzung ist jedoch, dass die Gesundheitspolitik gleiche Wettbewerbsbedingungen für niedergelassene Fachärzte und Kliniken schafft.

Kliniken benötigen für die neue Aufgabe mehr Personal und somit mehr Geld


Durch die zusätzlichen ambulanten Leistungen werden die Kliniken mehr Geld einnehmen. So ist es den Kliniken möglich, ihren Personalmehrbedarf aus eigener Kraft zu finanzieren.

Klinikärzte müssen sich umstellen

Ärzte in den Kliniken müssen sich umstellen und lernen, wie sie ambulante und stationäre Behandlung sinnvoll koordinieren.
Gesundheitsexperten befürchten allerdings, dass Krankenhäuser die neue Regelung ausnutzen und ihre stationär behandelten Patienten bevorzugt in klinikeigene Ambulanzen schicken.

"Kaum ein Patient wird sich dagegen wehren"

Die freie Arztwahl wäre dann eingeschränkt. Den Patienten ist daher zu raten, vor der Entscheidung den Hausarzt um eine Empfehlung zu bitten. Dann kann der Patient immer noch festlegen: Will ich für meine ambulante Behandlung zu einem niedergelassenen Facharzt oder in ein Krankenhaus?

Beide Seiten versprechen für die Zukunft, Qualitätskriterien offenzulegen, um ihre Güte nachzuweisen.

Bis dahin werden die Patienten mit den Füßen abstimmen. 




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